
| 04.09.2010::Druckversion Sie befinden sich hier: Tatsachen / Kundenbindung nach Feger´s Art / |
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Eher geht ein Kamel durch das Nadelöhr ...... als ein sogenannter "Kunde" des Schornsteinfegers zu einem anderen Schornsteinfeger. Man nennt dies auch "Kundenbindung nach Schornsteinfeger´s Art" Haben Sie Zoff mit Ihrem Bezirksfeger, weil er Sie unhöflich abzockt oder gar belügt und betrügt und wollen Sie ihn daher los werden? Das ist nicht so einfach, denn er ist ein "Handwerker" der ganz besonderen Sorte.Der Wechsel zu einem anderen Bezirksfeger ist dann möglich, wenn ein völlig zerrüttetes Vertrauensverhältnis zwischen Ihnen und Ihrem Bezirksfeger besteht und nicht mehr repariert werden kann. Im Kommentar zum Schornsteinfegergesetz und zur Verordnung über das Schornsteinfegerwesen in der sechsten, neu bearbeiteten Auflage von 2003 von Dr. Hans-Joachim Musielak o.Prof. an der Universität Passau, Dr. Michael Mahnke und Dr. Hans Peter Schirra 1) ist zu lesen: Zitat: ... unter besonderen Umständen kann es im Regelfall sogar gerechtfertigt sein, eine einzelne Liegenschaft aus dem Bezirk eines Bezirksschornsteinfegermeisters herauszunehmen und einem anderen Bezirksschornsteinfegermeister zuzuordnen. Eine solche Maßnahme ist sowohl für den Bezirksschornsteinfegermeister als auch für den Hauseigentümer als Verwaltungsakt zu qualifizieren. Die sich daraus ergebenden verwaltungsrechtlichen Konsequenzen gehen bis hin zur Klageberechtigung eines einzelnen Hauseigentümers gegen die Einteilungsbehörde auf Zuweisung seiner Liegenschaft an einen anderen Bezirksschornsteinfegermeister. Wenngleich derartige Klagen in der Praxis bisher noch nicht vorgekommen sind, sind sie als letzter Ausweg aus einem völlig zerrütteten Vertrauensverhältnis zwischen Bezirksschornsteinfegermeister und Hauseigentümer anzusehen." Zitat Ende Lieber Leser, haben Sie dies verstanden? Wenn nicht, hier einige Interpretationshilfen: Was ist ein "völlig zerrüttetes Vertrauensverhältnis"? Das Landratsamt Karlsruhe hat dies in Rücksprache mit dem Regierungspräsidium Karlsruhe so definiert: " Ein "völlig zerrüttetes Vertrauensverhältnis" ist einem "Mord- und Totschlagsverhältnis" gleichzusetzen. Wir meinen: eine eigenartige Definition. Sollen wir braven und gesetzestreuen Bürger, den Schornsteinfeger totschlagen, wenn wir auf Grund unrichtiger Rechnungen und sonstiger Schikanen unseren Bezirksfeger los werden wollen? In gewissem Sinne haben wir Verständnis für diese u.E. abwegige Definition der bürgerfeindlichen Schornsteinfeger-Aufsichtsbehörde. Bußgeldbescheide für Kehrgebührenpflichtige machen weniger Arbeit und sind einträglicher für die klammen Staatskassen als ein "Verwaltungsakt in zweifacher Ausführung". Aber es gibt ein Hintertürchen: Hin- und wieder könne doch eine Zuordnung zu einem anderen Bezirksschornsteinfegermeister erfolgen. Hier haben wir also das Nadelöhr, durch das ein Kamel passt. Aber dies soll jedoch geheim und in keinem Fall schriftlich festgehalten werden. Man munkelt, dass dies im Rhein-Nekar-Kreis schon einmal vorgekommen sein soll. Stellt sich die Frage, was soll diese Geheimniskrämerei? Hat die Schornsteinfeger - Aufsichtsbehörde Angst vor einer Lawine an unzufrieden, sogenannten "Kunden" des Schornsteinfegerwesens? Unser Rat: Wenn Sie mir Ihrem Schornsteinfeger unzufrieden sind, stellen Sie in jedem Fall einen Antrag auf Zuweisung eines anderen Bezirksschornsteinfegers. Ein erster Antrag sollte immer gestellt werden, damit die Aufsichtsbehörde etwas von Ihrer Unzufriedenheit mit den "Dienstleistungen" Ihres Schornsteinfegers mitbekommt. Viele Beamte der Aufsichtsbehörde glauben nämlich noch immer an das Schornsteinfegermärchen von der 94 % -igern Kundenzufriedenheit. Ein erster Antrag dürfte kostenlos sein, aber fragen Sie sicherheitshalber zuvor nach. Geht der zweifache Verwaltungsakt für Sie positiv aus, dann hoffen Sie, einen besseren und kundenfreundlicheren Bezirksschornsteinfeger zugeteilt zu bekommen. Sicher ist dies nicht, denn die Sicherheitsphilosophie unseres Landes sieht zur Zeit einen Wettbewerb unter den Schornsteinfegern noch nicht vor. Warum sollte alles einfach und bürgerfreundlich gehen, wenn man es kompliziert und bürgerunfreundlich machen kann? Anmerkung: Wie Sie bemerken, leben wir in Deutschland, dem Land der viel zu vielen überflüssigen Gesetze. Zuletzt akualisiert: 03.07.05. |
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